Kehrt die Eurokrise zurück?

Das Vorstandsmitglied der AfD-Vogelsbergkreis, Rolf Keil (Dipl. Ing. ET), hält die Gefahr der Rückkehr der Eurokrise für real. Dies liegt vor allem an den überproportional gestiegenen Risiken, die die Stabilität des Euro bedrohen.
In der letzten Woche konnte man in vielen überregionalen Medien Artikel zum Thema lesen. Es kamen Warnungen von der deutschen Bundesbank, dem internationalen Währungsfonds (IWF), dem IFO-Institut, der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) und vielen namhaften Analysten weltweit hinzu, die vor einem deutlichen Einbruch an den Kapitalmärkten warnen und die Risiken klar benennen:
Zu hohe Verschuldung der (EU-)Staaten, Nullzinspolitik, Anleihekaufprogramm, Reformstau. Hinzu kommen noch erhebliche, geopolitische Risiken, die aber wegen ihrer Komplexität hier nicht diskutiert werden können.
Betroffen sind die Länder Griechenland und vor allem Italien, wie uns das Internetportal boerse.ARD.de in einer hervorragenden Zusammenfassung vom 25.10.2018 mit dem Titel „Droht jetzt die Eurokrise 2.0?“ aufzeigt. Italien muss bis Ende 2019, also innerhalb von nur einem Jahr 440 Milliarden Euro alter Staatsschulden an die Gläubiger zurückzahlen. Da ein italienischer „Bail-In“, also z.B. eine vermögensabhängige Mithaftung der Bankkunden für die Staatsschulden Italiens nicht vermittelbar ist, wird am Ende wieder mal nur der „Bail-Out“, getragen vom europäischen Steuerzahler, übrigbleiben. Alte Schulden werden zurückgezahlt, indem man neue, noch höhere Schulden macht, ein Schneeballsystem. Da gibt es allerdings einen Haken. Seit kurzem wird ein, höherer Zinssatz für die neuen, italienischen Staatsanleihen fällig, weil die Rating-Agenturen die Bonität und damit die Schuldentragfähigkeit Italiens mit BBB (kurz vor Ramsch-Status) eingestuft und den Ausblick auf negativ gesenkt haben. Also erwartet man in Zukunft eine weitere Verschlechterung der Bonität Italiens. Der Zinssatz für die neuen Staatsanleihen könnte schon bald bei 4%-5% liegen im Vergleich zu 1%-2% vor ein paar Jahren. Rechnen wir mit einer Steigerung von 3%, sind dies alleine 13 Milliarden Euro mehr an Zinszahlung pro Jahr an die neuen Gläubiger ab Ende 2019. In den folgenden fünf Jahren muß Italien weitere, fast 1 Billionen Euro alter Staatsschulden tilgen, was nach einer erfolgreichen Umschuldung weitere 30 Milliarden Euro pro Jahr an Zinszahlungen nach sich zieht, also in der Summe 43 Milliarden Euro zusätzlich pro Jahr. Nicht nur der italienische Staat ist klamm. Die italienischen Banken leiden außerdem unter 350 Milliarden Euro notleidender Kredite. Die negativen Target 2-Salden Italiens gegenüber Deutschland belaufen sich auf ca. 450 Milliarden Euro. Kann das auf Dauer gut gehen? Natürlich nicht. Die vermeintlich rettende Öffnung der Geldschleusen durch die angestrebte Vergemeinschaftung der Schulden auf europäischer Ebene (Bankenunion, Rettungsschirm ESM, etc.) wird das Schuldenelend mit nachfolgendem Siechtum nur etwas hinauszögern, so lange, bis auch Deutschland erschöpft ist und nicht mehr kann.
Was werden unsere Kinder und Enkel eines Tages von uns denken, wenn sie mit den Folgen dieser zerstörerischen Hybris klarkommen müssen? Höchste Zeit zum Handeln!

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